Workshop Struktur

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Workshop: Breite, Inhalt, Struktur von Studiengängen
Ort: Universität Heidelberg
Datum: 9.11.10, ehemalige Krehlklinik (Campus Bergheim)

Vortreffen: 8.11., 21:00, ZFB

Workshopflyer: http://www.fachschaftskonferenz.de/fileadmin/Dokumente/Studref/Flyer_Bologna-Workshop_09112010.pdf

Entwurf für das Input-Referat


Ideen:


Titel: Studierende werden zu Objekten gemacht, die nicht wie eigenständige Subjekte agieren.


Zu hoher Einfluss der ZUV: Vorlesungen können nicht mit zwei Titeln geführt werden, weil ZUV sagt, Hispos erlaube das nicht. Das zeugt von einer technokratischen Hochschulreform. Studierendenzentrierung klar machen.


Bessee Betreuung: Entmündigung in Reinform. Leute komme nicht mehr durch alleine oder man glaubt das.


Man sollte klären, was man unter "Lernen" versteht. Man sollte es auf die Frage der Verfassten Studierendenschaft hin diskutierren. Dies rührt daher, dass es verschiedene Gruppen gibt, die man befragen sollte, wenn es um die Veresserung von Studienbedingungen geht (Stakeholder, Begriff schwierig). Bei den Studierenden gibt es jedoch keine Koordiniertheit wie bei der HRK, Interesse aggregieren etc. VS zur Handlungsfähigkeit für Studierende. Genauso wichtig wie die VS ist, dass alle Gruppen in den Gremien vertreten sind. So ist mit dem Urteil gegen die Gruppenhochschule die Reformunfähigkeit der Hochschule zementiert worden. Reform sehr technokratisch, es gibt keine Konzepte. 


Ein Leitlinienprinzip könnte sein, dass die Studierenden an der Reform beteiligt werden. Profs machen die Reform, ihre Verantwortung. Studis, Mittelbau treten nirgendwo auf.


Umsetzungsvorschlag vom D2 Paragraph XYZ: Im Chefredationsteam sind nur eine Professorin und 4 Verwaltungskräfte zur Umsetzung der Exini für die Lehre, keine Studierenden wie vom Bundesgesetz vorgesehen.


Fichte statt Sartre.


Evaluationen stehen im Zusammenhang damit, dass Studierenden da nichts zu melden haben. Sie können nicht einfach das während des Studiums machen.


Wie geht Ermöglichung von Mündigkeit? VS ist eine materiale Voraussetzung.


Momentan gibt es keine Orientierung an qualitativen Lernzielen, so ist bspw. Modularisierung wieder gut noch schlecht.Mündigkeit geht nicht darüber, dass man sie verlangt. Man muss einen Rahmen schaffen, in dem man das wahr nehmen kann, aber nicht gezwungen wird. Zwingen nicht mit der Leine, sondern mit dem Locken


Bei der Bologna-Reform sagen alle, dass sei poliitsch gewollt und notwendig, dabei ist es oftmals selbst verschuldet.


Das Studium muss so sein, dass der Studierende es selbst gestalten kann und sich engagiert, damit er als gesellschaftliches Subjekt agieren kann. Daher müsste man die bestehenden Strukturen des Studiums aufbrechen und eine VS schaffen, in der er sich engagieren kann, er muss selbstbestimmt studieren können.



Dass Gruppenhochschule abgeschafft wurde, hängt mit der Einführung der VS zusammen, da die Studierenden dann keinen Einfluss mehr hatten.

Wir benennen Marion Haller als Referentin.


Auf den Punkt "Wirklichkeit und Nachsteuerungsbedarf" wollen wir nicht eingehen. Wir wollen viel mehr unsere Ansprüche darstellen.


Mittelbau wird ausgeschlossen, obwohl er die Hauptlast der Lehre trägt.


Ideen zum Input-Referat am Bologna-Workshop der AG I : Studierende im Fokus der neuen Studiengänge? Anspruch, Wirklichkeit und Nachsteuerungsbedarf

1) Studierende im Zentrum - was bedeutet das?

2) Mitbestimmung


"Studierende im Fokus" - Freud lässt grüßen: das ist wohl eine der verräterischten Paraphrasierungen von "Lernendenzentrierung". Diese Formulierung zeigen aber sehr gut zentrale Probleme auf:

Studierende im Fokus - wessen denn? wer nimmt denn hier die Studierenden im Visir? das wird verschwiegen, ebenso warum sie in den Fokus geraten. Die Studierenden, die hierzu nun ein kleines Referat halten dürfen, wissen nun auch nicht so genau, worum es geht... aber sie dürfen etwas dazu sagen. Wie lieb! Und wie paradigmatisch...


Forderungen und Ideen

  • Anspruch von "Bologna": Kompetenzorientierung, democratic citizenship, Studierende als gleichberechtigte PartnerInnen einbinden
  • studentische Forderungen (fzs et al.): Subjektorientierung, Ermöglichung von forschendem Lernen, Praxisorientierung

Die konkrete Umsetzung von "Bologna" berücksichtigt all dies in HD nicht:

  • Praxisorientierung wird geschieht v.a. in der Vermittlung unreflektierter Praktika
  • in ZSB-Kursen übt man Methoden und konzentriert sich in Trockenschwimmkursen darauf, Qualifikationen zu erwerben
  • Mitwirkung beschränkt sich darauf, Kommentare abgeben zu dürfen und in Zukunft Fragebogen ausfüllen zu dürfen, Mitbestimmung gibt es nicht und Gespräche über POen etc. finden nicht statt und wenn werden benötigte Angaben zu rechtlichen oder kapazitären Rahmenbedingungen nicht zur Verfügung gestellt.



Gestaltungsmöglichkeiten: 

könnt es geben bei: der Gestaltung des Lehrangebots, der Gestaltung des individuellen Studiums, bei der Gestaltung/Verfügugung über Zeit, bei der Gestaltung der Leistungsnachweise und bei der Benotung


angepasst auf Bedürfnisse der Studis, dabei muss auch Individualität der Studis berücksichtigt werden ( 1CP ist ncht 30h zeit, sondern für jedeN studi unterschiedlich)

Kommentar Kirsten: von Bedürfnissen sollte man lieber nicht reden, Bildungseinrichtungen sind keine Bedürfnisanstalten, sie sind Orte, an denen Menschen ihr Recht auf Bildung umsetzen und nicht Bedürfnisse befriedigt werden. Die 30 h sind auch nur als Durchschnittswert gedacht und dass es da Schwankungen gibt, dürfte klar sein. Wenn mehr Formen von kooperativem Lernen ermöglicht werden, dann kann man auch mit dieser Heterogenität sinnvoller umgehen.


In der Praxis werden die letzten Gestaltungsmöglichkeiten noch durch Vorgaben eingeschränkt oder abgeschafft, deren Sinnhaftigkeit in der eigenen Rationalität liegen: 

Bulimielernen,  EDV-Programme und Verwaltungvorgaben machen Vorgaben (HISPOS, SAP, Zahl der ECTS-Punkte pro Modul, etc.), anstatt dass Kriterien erdacht und dann die EDV an sie angepasst werden ("wir können das so nicht machen, HIS-POS kann das nicht", bei der Konzeption der neuen Studiengänge war es wichtiger sich an formale Vorgaben wie Punkte etc. zu halten, statt über qualitative Kriterien bei der Gestaltung der Studienordnungen zu achten). 

Was steht im Fokus, wenn nicht der Studi? -> Verwaltungsvorgaben; Unsicherheit des Studis ob Masterplatz, statt Zusicherung eines lebensbegleitenden Lernens, Begrenzung geschieht nicht aufgrung von Kapazitäten, sondern auf Basis von fraglichen Eignungsverfahren bzw. Notengrenzen


Mitwirkung/Mitbestimmung:

- wird nicht gesucht, Strukturen dafür werden nicht ausgebaut, die wenigen, die Mitsprache ermöglichen, werden nicht dafür genutzt (die wenigen Ausnahmen funktionieren nur, weil Studierende Parallelstrukturen aufgebaut haben, die die Defizite auffangen, aber vom Wohlwollen der Profs etc. abhängig sind, sobald Studierende hier Transparenz und klare Zuständigkeiten anstreben, wird das abgeblockt: Behinderung der U-Modelle, Verhinderung gewählter Kommissionen auf Fachebene, Restriktive Auslegung von Verwaltungsvorgaben, Zurückhalten von Informationen, Hinzuziehung ausgewählter Studierender zur Legitimation statt Beteiligung von Gremien/gewählten Studierenden)

- Indem auch dem Mittelbau, der oft näher an den Problemen ist als Profs und mehr und länger in den neuen Strukturen arbeiten wird als die Studierenden (naja, wenn es noch Stellen gibt), noch weniger beteiligt werden, wird das alles noch verschlimmert, aber auch hier beginnt man inzwischen statt eine Mittelbauvertretung o.ä. aufzubauen, einzelne Personen, oft mit Verwaltungshintergrund, in die Prozesse legitimatorisch einzubinden.


Es geht nicht um Nachsteuerung, es geht um einen grundsätzlichen Wechsel

- Konsequente Umsetzung der Gruppenuni (auch wenn das nur ein Übergangsmodell sein kann). Das ganze Gerede von Augenhöhe und Respekt soll nur verschleiern, dass dem Rektorat und der Mehrheit der anderen EntscheidungsträgerInnen die Studierenden egal sind.

- Einführung von Kuratorialmodellen zur gesellschaftlichen Öffnung

- Ermöglichung der konsequenten Subjektorientierung der Studienordnungen und des Lehrangebots (z.B. durch Schulungen für Lehrende, Beratung von Kommissionen durch Zentren für Studium und Lehre, Aufhebung von Gesetzesvorgaben bzw. deren weniger restriktive Auslegung)

- kritische Praxisorientierung

- Ausbau des Hochschulzugangs

- wissenschaftliches Studium und wissenschaftliche Prüfungen ab dem ersten Semester (forschendes Lernen)